Samstag, 31. Oktober 2015

Fan Fiction und ein wenig was persönliches

Huii, nach einer tollen Woche Seminar bin ich wieder Zuhause angelangt. 
Es war schön, ich habe neue Leute kennengelernt und auch einige vom ersten Seminar wiedergesehen. Es war wirklich nett mit euch allen und sollte jemand von euch das hier lesen, dann fühl dich gedrückt.

Heute am 31.10. ist der mittlerweile bekannte Halloween-Abend. Es gruselt überall, die Nacht ist schaurig und der ein oder andere wird heute 'ne mords Gaudi feiern.
Ich nicht... Die ganze Woche war gut was los und ich bin kein Partylöwe. Ich wünsche dennoch jedem anderen viel Spaß! Ich hatte mir erst vorgenommen eine kleine Gruselgeschichte zu schreiben aber ich habe weder Lust noch eine Idee.
Die einzige schaurige Sache die ich hier rumliegen habe, ist außer meiner selbst nur ein Gedicht und das ist viel zu ernst und würde jedem nur den Abend verderben.
Ich hatte mir also überlegt euch einfach ein wenig Fan Fiction und ein kleines persönliches Gedicht zu liefern.


Ich beginne mit der Fan Fiction! Interessanterweise wird mir gerade bewusst, dass sie indirekt... sehr sehr indirekt mit dem Gedicht zusammenhängt... - wie dem auch sei!
Game of Thrones ist sicherlich vielen ein Begriff und besonders der Theme zum Haus Lannister hat es mir angetan. Ich kenne nur die Serie, weshalb ich begeisterte Leser bitte nicht allzu enttäuscht zu sein, sollte etwas falsch sein.


Castamere im Regen

Da steht er, der arme Mann
der trotz all der Kraft und all dem Geld
nicht verlangen, nichts mehr machen kann.

Da fällt auf seine düster, goldene Halle
leise rieselnd, traurig Regen,
sodass all das Leid, kümmerlich wiederhalle.

Dort saß er einst, auf seinem Gestühl
als hoher und stolzer Regent,
doch die Haut ist alt, der Körper kühl.

Da ist er nun der alte Mann
er weint, und jammert und rennt
und weiß, dass er nichts machen kann.



Urgh, ich gebe zu ich bin nervös wegen des nächsten Gedichts...
Es geht um Giu-Giu. Wer ist Giu-Giu nun ? Giu-Giu mag es erstmal nicht, wenn man sie so nennt, aber ich dachte mir so bewahre ich ihre Privatsphäre besser. Ich bin so verliebt in diese Frau, ihr glaubt es nicht! Zusätzlich solltet ihr aber auch wissen, was für eine tolle Frau sie ist. Sie ist intelligent, spricht mehrere Sprachen, ist so wunderschön wie der Mond in klarer Nacht und lächelt so berührend, dass mein Herz lodert und pocht, sie spielt Cello, Klavier und vorallem... ist sie nicht an mir interessiert.
Manchmal ist man der Verlierer und manchmal gewinnen die anderen, dennoch verstehe ich mich gut mit ihr und hatte ihr auch das ein oder andere Gedicht geschrieben.
Dieses hier geht an sie:


An dich

Erklingt des hölzern Korpus Saitenspiel,
Sodass mein Herz wirbelt und pocht.
Als meine Seele in des Vibrato starken Arme fiel,
Wie einer Kerzen Seele, entflammter Docht.

Legst du mit zarten Fingern den Bogen an
und ich deinem Spiel nur lauschen kann,
dann verleihst du mir und jedem andern
das Gefühl von Sehnsucht, wie noch nie vorhanden.

Und ich sitze erstaunt in langen, vollen Reihen
Will dir für einen Augenblick meine Ohren leihen
Und ich weine, so berührt wie ich bin.
bin verliebt ins Machwerk der Cellistin.

So ich weiß, dass das Zeug nicht viel mit der Halloween nacht zutun hat, aber... aber, aber, aber mir fällt gerade ein Gedicht ein, dass man der Nacht wegen einfach nehmen könnte.
Es kommen meine liebsten Motive darin vor und ich schrieb es zu einem Stück von Brahms.. fragt mich aber bitte nicht welches :) Also eine kleine Zugabe:


Brahms im Regen

Hochoben am Himmelszelt
wo der einsamen Göttin Blick
voll Sehnsucht schaut auf ihre Kinder
und ihre Träne auf den düstern Spiegel fällt.

In dieser so dunklen Sommernacht
das Licht in zweier Herzen erwacht.
Da greift er nach ihrer schüchternen Hand
und führt sie tänzelnd auf nasses Land

Umwinden sich ihre Leiber im Regen
innig und durchnässt vom sakralen Segen
Ist Sol nach lang nicht hier
ergiebt Sie sich Ihm und Er sich Ihr.

Und damit eine gute Nacht an alle Leser :)


Donnerstag, 15. Oktober 2015

Frei von der Seele 1

Alles klar, frei von der Seele geschrieben ist nachfolgender Beitrag.

Als kurzer Hintergrund. Ich habe folgenden Artikel der Huffington Post gelesen und fand ihn toll... bis ich direkt den ersten Kommentar einer Frau Kuschat lesen durfte.


"Afrika hat sich auf den Weg nach Deutschland gemacht - gefolgt von Afghanistan usw. . Langsam aber sicher gehen wir auf den Super-Gau zu !

Wir können nicht die ganze Welt aufnehmen ! Im Osten gehen sie auf die Sraße ! Wann erhebt sich ganz Deutschland ?

Diese Regierung führt uns in die Katastrophe !

Angeführt von Frau Merkallah ! Nein - ich bin nicht rechts orientiert !"


"Aha", war mein erster Gedanke. Ich konnte mich also nicht zurückhalten und habe einen allgemein gültigen Antwortkommentar dazu verfasst, welcher meine Meinung teilweise sehr gut wiederspiegelt.


Ich habe mir gedacht ich veröffentliche ihn direkt auch hier. Warum also nicht ? Ist ja eh mein Blog

Nein garnicht....


Die ganze Welt aufnehmen :D Größter Blödsinn überhaupt. Wann fangen die Dummdeutschen endlich an nachzudenken ?


Nichts für ungut Frau Kuschat, sie sind gerade einfach der oberste kommentar und dann direkt ein so intelligenzentleerter, dass es mich nurnoch in den Fingern juckt zu antworten.


Erstmal nehmen wir im Vergleich zu unserem Reichtum und unserer Bevölkerungsanzahl relativ wenig flüchtlinge auf. Ganz Europa tut so als würde die ganze Welt bei uns hereinströmen und ja es sind viele aber das hatten wir auch schon in den 60ern und lasst uns mal garnicht von den Reaktionen nach der wiedervereinigung sprechen.


Staaten wie z.B. Lybien und Pakistan sind vorrangig dabei Asylsuchende aufzunehmen und haben dabei Lager die größer sind als einige deutsche Städte. Jetzt mag man wieder rummaulen unser ganzes Geld fließe dort rein aber wirklich wahr ist das nun auch nicht. Der Wahrheitsgehalt dieser Aussage ist etwa so hoch wie die 300€ Begrüßungsgeld :D So ein Blödsinn.


Was noch viel nerviger ist, Frau Kuschat, sind die dauerhaften lächerlichen Hyperbeln die dieses rechte Gequatsche so lächerlich dastehen lässt. Super-GAU ? Toll da nimmt man die Mediendummheit glaubt jeden scheiß aber sowas hier dann verbreiten und von Lügenpresse sprechen. Hallo! Super-Größter Anzunehmender Unfall? Das höre ich gerne von Erstklässlern. Super-Entwicklung, Super.Digitation, Super-GAU. Applaus. Applaus an jeden und auch an sie Frau Kuschat. Fühlen sie sich bitte nicht alleinstehend angegriffen, das geht natürlich pauschal an jeden der Hetzt oder rechts orientiert ist. Bevor das gejammer wieder beginnt, nein sie Hetzen nicht in diesem Beitrag, das ist ihre Meinung und ihr gutes recht diese zu äussern. Ist okay, keine Ironie enthalten. Ich hoffe sie können aber genauso konsequent meine Antwort darauf verstehen.


Aber lassen wir uns doch mal zu dem Hauptproblem kommen: Dummheit oder um es freundlicher auszudrücken - Wissenslücken... massive.


Ersteinmal kommt der größte Asylandrang nicht aus Richtung Afrika. Was soll das ? Nur sobald jemand nen dunklen Hauttyp hat kommt er direkt aus Afrika ? Ey das wird meine beste Freundin garnicht freuen ... so wie sie auf ihre Bräune achtet. Woher kommen also diese ganzen Asylersucher ? Aus Afrika... naja gut, vielleicht ein paar. Eritrea oder aus dem Sudan. Hey um ehrlich zu sein habe ich keine Ahnung. Was ich jedoch weiß ist, dass viele aus Asien kommen, gerne auch Eurasien, falls das etwas sagt. Syrien, Irak, und umkämpfte Grenzgebiete in anderen Staaten um diese herum. Dort werden Menschen entweder vom staatlichen Militär verfolgt, da sie wohl Spione von z,B. ISIS seien oder werden von diesen Geköpft, da sie keine Muslime sind... Naja sind sie meist dort schon nur nicht so wie sich die Irren das vorstellen.


Es ist so unglaublich ermüdend. Wir haben so viel Geld, so viele Möglichkeiten und wenn wir wollten könnten wir, könnte Frankreich, könnte england und die USA und jeder andere verkackte Industriestaat. Aber wie schon der Junge im Lacoste Shirt, der Nike Shorts und den coolsten Tretern aufm Spielplatz wollen auch die reichen Industriestaaten nicht teilen wovon sie eh genug haben.


Es ist Geiz und und wie ich gerade heute im versautem Filmende von "Er ist wieder da" hören durfte.... ein bisschen von IHM steckt ja in jedem von uns. Denkt doch mal drüber nach wie weh es tut wenn euer Lieblingsgegenstand verloren geht... und plötzlich steht euer Haus in Flammen und dein Bruder/Vater/Mutter/Kind wird einfach umgebracht. Deinen Nachbarn passiert es auch und du willst alles was dir noch bleibt in sicherheit bringen. Du kommst in einen Staat in dem du endlich Frieden und ja auch Wohlstand finden möchtest. Wer will das nicht? Sollen sich doch mal die Nicht-Gutmenschen melden und sagen wie ihnen die nicht Arbeitserlaubten Asyllanten die Arbeitsplätze wegnehmen, so ohne Verbindungen und Sprachkenntnisse.


Ich merke schon ihr selber seid dann ein toller und nützlicher Teil der Gesellschaft. Immerhin nutzen die unser Solzialsystem aus indem sie uns unsere Arbeit wegnehmen und Kinder wie Blöd in die Welt setzen... man man man....
Ne halbe Stunde bin ich am schreiben und weiß doch eh, dass es letztendes nur heißt TL;DR trololo... was quatscht der ? Lügenpresse !!1 Ich bin kein Nazi, aber.... verzieh dich mal du Gutmensch!



P.S. Seht bitte von meiner Grammatik ab... ich weiß! Ich war leicht in Rage und strukturiert ist das alles sowieso nicht. Es ist jetzt kurz nach eins und ich hatte auf 8 Stunden Schlaf gehofft... schade.


Inhaltlich stehe ich übrigens komplett zu meinen Aussagen und dort im Text befindliches ist noch nicht alles was ich denke aber... naja... es ist spät und somit wünsche ich allen Gutmenschen und Ehrenamitlichen und Hauptamtlichen da draußen eine ruhige, angenehme und sorglose Nacht. Wenigstens eine. Schöne Träume und hoffentlich etwas Vernunft in ihrem Umfeld. Peace!

Sonntag, 11. Oktober 2015

Nach einer ziemlich anstrengenden Woche, dachte ich mir noch kurz vor dem zu Bett gehen ein Gedicht zu veröffentlichen. Es entstand im November 2014 zusammen mit Paula.
Paula kennt ihr nicht, müsst ihr auch nicht. Über Paula könnt ihr wissen, dass ich nicht ganz dicke mit ihrem Freund bin und sie selbst eine sehr nette Person ist mit der man wunderbare Konversationen halten kann. Was Paula auch auszeichnet ist ihre Liebe zum malen und zeichnen. Ich selber kann gar nicht zeichnen, weshalb ich umso glücklicher bin, dass sie es gut kann. Wir machten also damals aus, dass ich ein Gedicht schreibe und sie ein Bild dazu malt. Das Bild wurde leider nie ganz fertig (was nicht so schlimm ist Carla!) aber dafür das Gedicht und das dürft ihr heute lesen.

Perfektion
Alles ist so perfekt.
Ich sehe grade Linien, perfekte Ecken.
Kein Stein der anders steckt
Oder sich verirrt erstrecken.

Alles ist so perfekt.
Seh die Leute sich gleichsam kleiden.
Wie keiner sich versteckt,
und doch sich meiden.

Alles ist perfekt.
Um sie herum sind alle gleich.
Keiner wurde erweckt,
Jetzt kommt ihr Meisterstreich.

Alles ist perfekt.
Sie lässt die grauen Hüllen fallen
Mit nur einem Zweck.
Lässt ihr kindliches kichern erschallen.

Alles ist perfekt.
Denn die grauen Hüllen fallen
Stürzen alles zu Boden
Kein Stein auf dem anderen.

Alles ist perfekt.
Die Puppe in der Hand,
Ich sehe große Kurven, runde Kreise
Kleider sind zerrissen,
Und die Menschen lachen leise.

Sonntag, 4. Oktober 2015

Mutter der Erde, Vater des Himmels - Wege eines Tauren

Eigentlich hatte ich geplant einige meiner Gedichte hier heute hochzuladen, aber ich habe mich dagegen entschieden. Hauptsächlich nur weil ich keine Lust hatte sie heute abzutippen. Daher müsst ihr euch mit einer Kurzgeschichte begnügen. Leute die mich schon etwas länger kennen, wissen um meine Leidenschaft für Rollenspiel. Ich rede nun weder von einem sexuellen Fetisch (...wobei so ne scharfe Krankenschwester...egal!), noch von einem RPG. Nicht ganz. Ich spiele World of Warcraft, kurz WoW, was einigen sicherlich ein Begriff ist. Anstatt jedoch zu looten und leveln lebe ich mit meinen Mitspielern die Geschichte der Welt und unserer eigens erdachten Charaktere aus. Es macht Spaß und ihr dürft nun einen Ausschnitt aus dem Leben meines Tauren Menewo und seines Kodobegleiters Ka'nuhwes erleben. Wer die Welt kennt wird einige Namen wiedererkennen, wer nicht darf einfach eine Kurzgeschichte erleben.

Lange noch ,bist tief in die Nacht durchschritt der Tauren die Savanne des Brachlandes. Früh am Morgen ist er erwacht und verließ zusammen mit dem Rest den hordischen Gästen Theramores die Stadt. In den Augen der Menschen sah er gemischte Gefühle. Die meisten waren froh. Menschenkinder blickten auf zu den viel größeren, fremden Völkern. Nein, fremd waren sie sich nicht mehr gänzlich. Es war ein kurzes Aufeinandertreffen all dieser verschiedenen Kulturen und doch, trotz all der Unterschiede, der Vorurteile, des Hasses und der Angst, gab es einen Austausch. Der große Tauren war sich dem sicher. Er sprach mit Menschen, Zwergen und Gnomen, so wie er mit Orks und Trollen sprach. Naiv war Menewo nicht. Er wusste, dass die kurze Zeit nie gereicht hätte um auch nur ansatzweise vollkommenen Frieden zu schaffen – und doch war der Frieden auf dem Fest ein Balsam für all die gepeinigten Seelen. Für all jene, welche die Ereignisse am heiligen Baum nicht vergessen konnten. Für all jene – und für ihn.

Es war nun schon einige Stunden her, seitdem er seine Hufe auf die trockene Erde seiner Heimat setzte. Wenig später hatte er sich von Shurkul und den anderen verabschiedet und hatte eine kleine Oase angesteuert die nicht weit entfernt vom Camp Taurajo war. An'She hatte erneut das Haupt gesenkt und überließ Mu'Sha die Wacht. Ka'nhuwe ruhte eine Stück abseits von Menewo und trank in großen Zügen aus der klaren Quelle. Menewo tat es ihm gleich und befüllte die Trinkschläuche für die Weiterreise, als er plötzlich ein Rascheln hinter sich vernahm. Aufmerksam lauschte er nach weiteren Geräuschen. Das Zirpen der Savanne hatte sich nicht verändert, die sengende Hitze hatte sich gelegt und einige Tiere hatten sich ebenfalls der Quelle genähert, doch wer oder was verbarg sich im nahen Gewächs der Oase? Menewo erhob sich und band die Trinkschläuche, welche die Länge eines Orcwelpen besaßen an die Seiten seines Kodos. Seine Waffen waren griffbereit. Es war keine Anspannung in der Luft, die Tiere des Brachlandes ruhten sich aus, einzig Menewo und Ka'nhuwe waren aufmerksam. Langsam wendete sich sein Blick in die Richtung aus der das Rascheln kam. Was lag dort verborgen? War es ein Feind, oder doch nur eine scheue Kreatur?

Plötzlich brach eine Gruppe Stacheleber aus dem Gebüsch hervor. Menewo zählte fünf von ihnen. Er löste seine Hellebarde mit einem Griff und stellte sich schützend und kampfbereit vor seinen Gefährten. Selbiger erhob sich und schnaubte einmal laut auf. Eine Gruppe Zhevras wieherte auf und flüchtete zu der naheliegenden Herde. Zwei der Stacheleber waren mit Speeren bewaffnet und stellten sich – bereit zum Angriff – vor ihm auf. Zwei weitere zogen den fünften zur Wasserquelle und verabreichten ihm das Wasser. Menewos blick huschte zwischen den Kriegern und den anderen Dreien hin und her. Plötzlich wurde ihm bewusst, dass sie ihn nicht attackieren wollten, sondern ihren Gefährten schützen wollten. Er mussterte die Gestalt am Boden. Es war ein Stacheleber, jedoch kleiner als seine Brüder, ihm fehlte es an Fell und er wirkte verletzt. Menewo wusste um die Auseinandersetzungen zwischen zwei Stacheleberstämmen und auch die zwischen den Ebern und dem Camp Taurajo. Er wusste, würde er kämpfen würde er vermutlich gewinnen. Die Eber waren schmächtig, schlecht ausgerüstet und würden gegen seine Schläge nicht standhalten können.
Doch er blieb ruhig stehen. Was wäre dies für ein Kampf? Niemals würde er diese Kreaturen attackieren, geschweige denn sie töten. Er sah die Panik im Blick der Krieger, ihre Angst, wie sie leicht zitternd ihre Speere seiner Kehle entgegenstreckten. Menewo beobachtete wie die Stacheleber mit ein wenig Stoff die Wunden ihres Freundes zu verbinden versuchten. Bekümmert stellte er Die Hellebarde auf und lockerte seine Haltung, doch mit jeder seiner Bewegungen zuckten die Krieger vor ihm. Er verstand sie nicht, ihre Sprache war eine Mischung aus schweinischem Grunzen und seltsamen Lauten. Er griff in einen Beutel, er hatte dort etwas Dörrfleisch und Medizin als plötzlich ein Schmerz seinen Arm durchzuckte. Einer der Krieger ist vorgestürmt und hatte die wenigen Meter zu ihm überwunden und ihm den Speer in den Oberarm gestoßen, mit welchem er in die Tasche gegriffen hatte. Der Speer hatte ihn geschnitten. Die Wunde war nicht tief, aber sie blutete und schmerzte. Der zweite Eberkrieger quietschte auf und stürmte ebenso auf den Taurenkrieger zu. Panisch schwang er seinen Speer und versuchte den Tauren zu verletzen. Dieser Schwang seine Hellebarde und stieß die beiden Eber zurück. Erneut wollten sie auf ihn zustürmen, doch das Brüllen Ka'nhuwes ließ sie erstarren. Eine kurze Stille trat ein. Der Wind erlosch und lauschte statt zu flüstern. Langsam zog Menewo seinen verwundeten Arm aus der Tasche. Er stampfte mit ruhigen Schritten an den vor Schreck erstarrten Kriegern vorbei und hielt vor der Dreiergruppe an. Ebenfalls Angst im Blick stellten sie sich schützend vor ihren Kameraden. Ein Lächeln umspielte die Schnauze des Tauren, als er ihnen das Fleisch und das Verbandszeug mit Salbe vor den Kranken legte. Er wandte sich um, bestieg den Sattel und machte sich auf. Noch immer schien der Schock den Ebern in den Gliedern zu stecken. Nach ein paar hundert Metern blickte er zurück. Die Gruppe war verschwunden, das Verbandszeug und die Nahrung auch.

Stunden vergingen. Er selbst hatte seinen Arm in der Zeit verbunden und lief nun neben Ka'nhuwe her. Beide durchstampften sie die gewaltige Savanne, die er seine Heimat nannte. Er wollte am Camp Taurajo halt machen, aber seine Hufe trugen ihn weiter. Ihm war nicht nach der Gesellschaft anderer Tauren und Orks. Ihm war nicht danach von der Lage dort zu hören. Ihm war nach Ruhe und dem Flüstern des Windes. Ihm war nach erfrischender Luft und kühlen Brisen.

In der Ruhe dachte er nach. Schweifte in Erinnerungen ab, die weit entfernt, verborgen durch den Nebel der Zeit, in seinem Geist schlummerten. Erinnerungen an Familie und Freunde. Alte und dann auch neue Freunde. Noch eine Weile hatte er die Ebene durchschritten und Mu'sha hatte schon einen lange Linie gezogen, als er sein Lager aufschlug. Weit in der Ferne erkannte er die dunklen Schemen des Stenkrallengebirges. Es war sein nächstes Ziel, doch dann kam ihn ein anderer Gedanke. Er hatte keine Gelegenheit gehabt mit dem Rottenmeister Ogerfluch zu sprechen. Er hatte einen Gedanken gehabt den er mit ihm besprechen wollte. Dort, in der Ebene, in der Ruhe, nahm der Gedanke mehr an Form an und es schien ihm, das er sein nächstes Ziel nochmal überdenken musste.

Samstag, 3. Oktober 2015

Zu Beginn - Der Pfefferstreuer

Da ich nun von mehreren Freunden, Bekannten und anderweitig mit mir verbundenen Menschen dazu aufgefordert wurde meine Texte online zu stellen, kam ich zu dem Entschluss es nun auch zu tun.
Was erwartet euch also in diesem Blog und was werdet ihr, die Leser, zu sehen bekommen? Ich liebe es zu schreiben. In meinem Kopf geht es beständig darum, wie ich Dinge ausdrücken kann, wie ich Dinge am schönsten beschreiben kann und wie ich Ideen und Geschichten aus allerlei Geschehnissen wortschön zu Papier bringen kann.
Nun gut in diesem Fall online stellen kann. Es fällt mir nicht immer leicht die passenden Worte zu finden, eine verständliche Syntax oder gar eine einwandfreie Rechtschreibung zu benutzen, ich hoffe man sieht es mir nach. 

Zu Beginn möchte ich euch (ich hoffe nebenbei, dass wir uns alle duzen können, ist viel angenehmer ;D ) eine Geschichte präsentieren, welche im Schulunterricht vor etwa einem Jahr entstanden ist. Meine Lehrerin Frau Bregenhorn-Loske, welche Einfluss auf einige weitere Texte genommen hat und selbst nach einem halben Jahr nach Schulende noch immer nimmt und nehmen wird, gab uns den Auftrag eine Geschichte zu schreiben aus der Sicht eines Gegenstandes. Ich mochte die Idee, denn es verbindet doch so vieles von uns mit den Gegenständen um uns herum und in unserem so verdrehten Alltag.
Einer meiner Kursmitglieder schrieb beispielsweise über Kautschuk und eine andere über eine öffentliche Toilette. Die eine eher nachdenklich gestimmt, war die andere voller Ironie über das doch manchmal nicht so stille Örtchen in der Öffentlichkeit. Ich selbst überlegte mir wie sich wohl ein Pfefferstreuer fühlt, da ich selbst unseren hauseigenen Pfefferstreuer nach nun 6 Jahren noch nicht einmal benutzt hatte. 

Der Pfefferstreuer

Es war Tag 29, als mir bewusst wurde, dass ich nie die glorreichen Zeiten erleben werde, welche ich mir erträumt hatte. Als ich noch jung und frisch geformt war, also lange vor dem ersten Tag, da dachte ich mein Weg würde mich in ein wunderbares Restaurant führen. Ich träumte der Held aller Geschmacksknospen zu werden, die alltägliche milde Würze die jeder mochte. Ich wollte ein Salzstreuer sein!
Nachdem ich die Tests auf stumpfe Kanten, eine korrekte Winde und einwandfreie Befüllbarkeit natürlich mit Bravur bestanden hatte, näherte ich mich dem Ende des Fabriklaufbandes, welches ich meine erste Heimat nennen durfte. Es war eine schöne Zeit und ich und alle meine Freunde waren hellauf begeistert von dem was uns unsere Zukunft wohl bringen würde.
Doch dann begann der Schrecken. Wir alle erhielten unsere löchrige Mütze aufgesetzt bevor es hinaus in die weite Welt ging und zu meinem Schrecken und tiefstem Bedauern erhielt ich eine Stanzung, welche nicht im Ansatz meinen Qualitäten entsprach. Ich war entrüstet und es trieb mir fast den Rost auf meine Edelstahlhülle! Es war ein "P" auf meine Haube gestanzt worden. "P", wie Pech! "P", wie Pessimismus! "P" - wie Pfeffer...

Ich wurde in einem schwedischen Großhallenmöbelhaus ausgestellt und schon nach etwa vier Stunden eingekauft. Immerhin hatte man mich direkt nach vorne gestellt. Ob meines gebrochenen Herzens weiß ich jedoch nicht, ob es Trost und beißendem Spott zu verdanken war. 
Tag 1 in meiner neuen Heimat war - nett. Die "Mama" wie sie von drei Menschen genannt wurde, wusch und befüllt mich mit... naja ihr wisst schon.
Sie prüfte kurz ob ich denn auch meine Funktion erfüllte und ich gab mein bestes. Über der Spüle, welche wohl mein erster Einsatzort war, gab ich den Pfeffer heraus. Es war nicht zu viel aber auch nicht zu wenig. Ab hier endete jedoch jegliche Freude in meinem Leben und der Horror über den ich mich in meiner alten Heimat noch lustig machte traf mich wie ein Schlag ins Gesicht. Dieses einfältige Weibsstück gab mir für meine Bemühungen nichts weiter als ein geringschätziges Murren und stellte mich, zu allem Überfluss, neben Ihn. Ihn diesen arroganten, selbstgefälligen, immer grinsenden und ständig gut gelaunten Mistkerl, welcher die Krone jeglicher Verhöhnung an meiner Person ist! 
Er ist der Salzstreuer in diesem Haus.
Wie er sich ständig, mit dümmlichem Grinsen und übermäßiger Freude auf seine Dauereinsätze bereit macht. Egal, ob nun Nudeln, Suppe, Kartoffeln oder Eier! Die Verbrauchen so viele Eier in diesem Haushalt und nicht einmal Omelett oder Rührei! Das ist doch wohl nicht wahr, verdammt!

Ich bin nun seit 138 Tagen hier.
Seit meiner Ankunft konnte ich meinen Pfeffer nur zu einer Sache dazugeben: dem Boden.
Dieses Balg hat mich einfach genommen und zu Boden geworfen. Ich will ja benutzt werden, aber doch nicht so! Nun ist es also wieder Abend und dieses fünfköpfige Schmarotzerpack stopft sich wieder den Rachen voll. Wer wird in die Hand genommen und wer nicht ? Richtig, er und nicht ich.Es ist so deprimierend. Wozu wurde ich gekauft, wenn ich nicht benutzt werde. Ich habe langsam die Faxen dicke. Ich fühle mich vernachlässigt.
Sie nehmen hier ein wenig Salz, da ein wenig Salz und von mir ein wenig gar nichts
Moment! Stop. Stop. Stop. Die älteste Tochter, sie greift nach mir. Träume ich ? Welche wunderbare Katharsis durchläuft meinen Geist ? Oh dieses engelsgleiche Wesen wird mich benutzen. Endlich habe ich die Chance allen zu zeigen, dass auch ich ein wahrer Könner bin, ein glanzvoller Meister seines Fachwerks und nicht so ein Stümper wie der Rest meines häuslichen Kollegiums. Was höre ich dort aus ihrem Munde ? 
Die Worte in ihrer himmlischen Schönheit sind kaum zu verstehen, so verzaubert bin ich von ihr.
" Der... Pfeffer...streuer... ist...leer."
...
Und wie ein Spiegel, zerschlagen von der Faust des Schicksals, zerbrachen meine letzten Träume und Hoffnungen. Wie? Wie kann es sein, dass ich leer bin ? Ich wurde doch nie, noch nicht einmal be-...
Nein! Nein, nein, nein, nein! Dieses verdammte Blag von einem nichtsnutzigen Kind. Es hatte mich zu Boden geworfen und mich dann nicht wieder befüllt. 
Ich schielte zu der versabberten Kotzglocke herüber, welche wie immer ein totales Chaos am Essenstisch anrichtete. Du! Dich mag mein Zorn treffen!
Da stehe ich wieder neben dem Salzstreuer. Er sagt nichts, grinst nur hoch in das pickelige Angesicht unserer Besitzerin.
Was solls, Tag 139, bisher wurde ich noch immer nicht benutzt, bin nun schon einige Zeit leer und brauche wohl auf eine Wiederauffüllung nicht hoffen.