Montag, 2. Januar 2017

2017

Ich habe euch nicht vergessen! Besser gesagt habe ich mich nicht vergessen.
Die letzten 3 1/2 Monate waren lang und ereignisreich. Ich bin von zuhause ausgezogen, habe mein Studium begonnen, viele nette Leute kennengelernt, witzige Dinge erlebt, interessantes gelernt und ein Leben für mich begonnen. Ich möchte gar nicht groß berichten, was ich erlebt habe, noch nicht.
2016 ist vorbei, viele atmen erleichtert auf. Sie sahen 2016 als DAS Horrorjahr überhaupt. Politisch machte die Welt grausame Schritte und alltäglich kam es zu Tragödien. Krieg, Terror, Hass, Angst, Panik. Die weniger besorgten trauerten um ihre Idole, starben doch Künstler wie Alan Rickman, David Bowie, Prince und zuletzt Carrie Fisher, gefolgt von ihrer eigenen Mutter.
Ich selber bin über all das nicht glücklich, doch persönlich war meine größte Tragödie der Tod meiner Großmutter und die Folgen ihres Todes.
Bis heute habe ich keine Träne über ihren Tod vergossen, nicht weil mich diese Frau nicht geliebt hätte, nicht weil ich sie nicht geliebt habe. Ich war schlussendlich erleichtert, dass all ihre Schmerzen und all ihre Leiden ein Ende hatten. Mein Leben lang kannte ich sie nur als kranke, gebrechliche Frau und doch hatte sie eine Sturheit und einen Willen, den sie uns als Segen und Fluch vermacht hatte. Ob nun meinem Vater, seinen Geschwistern, mir oder meinen Cousins und Cousinen. Wir alle sind ihr in diesem Punkt ähnlich. 
Ob nun mit ihrem Tod zusammenhängend oder nicht kam jedoch zur gleichen Zeit eine Schreibblockade in mir auf. Das ich länger nichts in meinem block veröffentliche ist nicht ungewöhnlich, doch ich hatte auch offline, im Privaten, keinerlei Ideen. Ich erhielt im Studium jedoch Hilfe und Denkanstöße. Ich habe tollen Leuten bei ihrer Arbeit und ihren Problemen dabei über die Schulter schauen können und versuche nun selbst die Blockade zu lösen.

Heute veröffentliche ich ein Gedicht, an dem ich seit Mitte November arbeite. Es behandelt nicht den Tod meiner Oma (auch mein Gedicht vom September tut das nicht), sondern eine Person, welche den Tod dieser Frau ebenso betrifft wie mich: 

Opa
Ich kannte einen Mann
angefüllt mit Bosheit und Macht,
Ein Bildnis im Geiste
hat die Zeit zunichte gemacht.

Es war ein Lied von Liebe und Streit,
und erschuf ein ungewöhnliches Paar,
Seele und Körper gemacht zu Zweit,
waren sie wie Pest und Cholera.

Der Tod traf dich tödlich,
eine leere Hülle, nur ein Foto.
Ja! Ich vermisse dich!
Bist unvollständig, pars pro toto.


Das Gedicht ist noch nicht fertig, ich bin jedoch froh über das bisherige Resultat. Ich werde weiter daran arbeiten und das Resultat nochmal separat hochladen. Ich werde mich wie immer über Feedback freuen :)

mfg Movlent