Samstag, 19. März 2016

Tief in der Nacht...

... wo die Kreativität erwacht!
Ich weiß nicht so recht, weswegen ich Nachts so gerne schreibe. Vielleicht der Ruhe und Langeweile wegen :P
Nunja, die Geschichte meines Tauren fesselt mich aktuell, weswegen ich meine Gedanken dazu zu Papier (oder Datei?) bringen möchte. Ich weiß einigen fehlt der Hintergrund... aber damit müsst ihr leben. Viel Spaß also damit, zumindest so gut ihr könnt :)

Liebe Grüße,
Movlent

 Die Luft in dem Zelt war stickig und verbraucht. Rauchschwaden hingen wie Schleier unter der Zeltdecke. Der süßliche Duft von Trollkraut mischte sich unter die scharfen Dämpfe der taurischen Geisterpfeife.

Menewo war schwindelig. Die Dämpfe und die fehlende frische Luft machten ihn träge und er wollte einfach die Augen schließen und sich der Nacht hingeben. Er kippte leicht und seine Unachtsamkeit wurde mit einem stechenden Schmerz bestraft.
Die Schlacht hatte er überstanden, irgendwie. Ein Bein, ein Arm, 2 Rippen und 3 Finger waren gebrochen oder zerschmettert worden. Der sonst so massive und große Tauren musste sich mit dem Gedanken abfinden, die nächsten Wochen und Monate zu pausieren. Vollständig.
Es schmerzte ihn innerlich, schlimmer als seine Wunden. Er kippte wieder und er schmunzelte, ob er nicht seinen letzten Gedanken revidieren sollte. Er schloss kurz die Augen und versuchte erneut und erneut vergeblich die Müdigkeit abzuschütteln, welche ihn immer weiter in Besitz nahm.
Der Holzscheit vor ihm war schon fast heruntergebrannt und der Älteste Bamur saß noch immer mit geschlossenen Augen auf der anderen Seite des Feuers.
„Geduldig ist, wer Ruhen kann wie ein Stein und beständig ist, wie fließendes Wasser.“
Die Worte seiner Mutter hallten ihm im Geiste nach, nach all den Jahren.
Ein leichtes Lächeln umspielte seine Schnauze, als er an das warme Gesicht seiner Mutter dachte.
Seine Gedanken schweiften weiter ab, zu seiner Schwester, zu seinem Bruder, zu seiner Frau.

Donnerfels.

Dieser Name brach in seinen Geist, wie ein Schlag in den Magen.
Ein Schauder überlief ihn an den Gedanken. Er war schon so lange fort. Er muss sich eines Tages seiner Schm…

„Lass es mich nochmal zusammenfassen, Bruder“
Die plötzlichen Worte Bamurs schreckten ihn auf. Er hatte die Augen geschlossen gehabt und ist eingedöst. Er hob die Lider müde und blickte in die harten Augen des alten Schamanen.
Er sah darin deutlich, dass der Tauren vor ihm Dinge erblickte, die für seinen sterblichen Geist nicht gemacht waren. Dinge die über den Schrecken der Zentauren, des Krieges, des Blutes und des Todes hinausgingen. Er trägt selbst eine große Last, dennoch würde Menewo nicht mit ihm Tauschen wollen. So abweisend wie Bamur auch wirken sollte, Menewo wusste um das friedliche, wenn auch manchmal aufstürmende Gemüt seines Volksgenossen.
Sein Sanftmut zeigte sich dem alten Krieger in einem besänftigendem Lächeln.
„Entschuldige, es hat lange gedauert. Du musst müde und erschöpft sein, deine Wunden schmerzen und dennoch hast du selbst im Halbschlaf deine Haltung bewahrt. Ich bin beeindruckt von dir, mein Bruder.“
Menewo nickte nur. Er nahm es dem Schamanen nicht übel. Er wollte nur eine Antwort.
„Also, Menewo, du erzählst mir du hast das Bewusstsein verloren und als du erwacht bist, warst du bereits auf einem Karren untergebracht. Richtig?“
Erneut nickte Menewo.
„Der Rottenmeister erzählte jedoch, du seist aus dem Haufen Stacheleber, die dich überrannten, herausgebrochen wie ein explodierender Berg, hättest dich durch das Schlachtfeld gekämpft wie ein Berserker und wärst dann in einem wirbelndem Sturm eingetaucht um eine jungen Krieger zu retten. Kurz darauf wirst du herausgeschleudert und brichst wieder in dir zusammen.
Ist das soweit richtig?“
Menewo weichte dem Blick des Schamanen nicht aus. Er nickte.
„So hatte der Rottenmeister es beschrieben, andere Krieger haben es bestätigt. Es.. ist mir unangenehm. Sie sprachen von mir als sei ich der Geist der Erdenmutter selbst. Sie sagten ich habe etwas völlig unnatürliches vollbracht. Ich kann mich jedoch an nichts erinnern. Es liegt nur Dunkelheit in meinen Gedanken. Es ist wie ein traumloser Schlaf gewesen.“
Der Schamane nickte. Ein tiefer, ermüdeter Seufzer entglitt seiner Kehle.
„Um dir die Wahrheit zu sagen, ich weiß es nicht. Ich habe so etwas noch nie vernommen. Ich würde gerne die anderen Ältesten davon unterrichten. Ich will dich morgen Abend im Kreise der Ältesten antreffen und gemeinsam werden wir versuchen eine Antwort für dich zu finden.“

Als Menewo das Zelt verließ, atmete er die frische und kühle Nachtluft ein.
Mu`Sha, der Mond, war hoch am Himmel und verlieh dem Land einen mystischen Schatten. Es war ruhig, leises Schnarchen war hie und da zu vernehmen, ein paar Wachen patrouillierten und das Klacken der Krücke auf dem harten Boden begleitete Menewos Schritte. Schon bald war auch dieses verstummt und der Segen der Nacht umschloss den Klingenhügel.

Morgen...

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