Ich weiß nicht so recht, weswegen ich Nachts so gerne schreibe. Vielleicht der Ruhe und Langeweile wegen :P
Nunja, die Geschichte meines Tauren fesselt mich aktuell, weswegen ich meine Gedanken dazu zu Papier (oder Datei?) bringen möchte. Ich weiß einigen fehlt der Hintergrund... aber damit müsst ihr leben. Viel Spaß also damit, zumindest so gut ihr könnt :)
Liebe Grüße,
Movlent
Die Luft in dem Zelt war stickig und verbraucht. Rauchschwaden hingen
wie Schleier unter der Zeltdecke. Der süßliche Duft von Trollkraut
mischte sich unter die scharfen Dämpfe der taurischen Geisterpfeife.
Menewo war schwindelig. Die Dämpfe und die fehlende frische Luft
machten ihn träge und er wollte einfach die Augen schließen und
sich der Nacht hingeben. Er kippte leicht und seine Unachtsamkeit
wurde mit einem stechenden Schmerz bestraft.
Die Schlacht hatte er überstanden, irgendwie. Ein Bein, ein Arm, 2
Rippen und 3 Finger waren gebrochen oder zerschmettert worden. Der
sonst so massive und große Tauren musste sich mit dem Gedanken
abfinden, die nächsten Wochen und Monate zu pausieren. Vollständig.
Es schmerzte ihn innerlich, schlimmer als seine Wunden. Er kippte
wieder und er schmunzelte, ob er nicht seinen letzten Gedanken
revidieren sollte. Er schloss kurz die Augen und versuchte erneut und
erneut vergeblich die Müdigkeit abzuschütteln, welche ihn immer
weiter in Besitz nahm.
Der Holzscheit vor ihm war schon fast heruntergebrannt und der
Älteste Bamur saß noch immer mit geschlossenen Augen auf der
anderen Seite des Feuers.
„Geduldig ist, wer Ruhen kann wie ein Stein und beständig ist, wie
fließendes Wasser.“
Die Worte seiner Mutter hallten ihm im Geiste nach, nach all den
Jahren.
Ein leichtes Lächeln umspielte seine Schnauze, als er an das warme
Gesicht seiner Mutter dachte.
Seine Gedanken schweiften weiter ab, zu seiner Schwester, zu seinem
Bruder, zu seiner Frau.
Donnerfels.
Dieser Name brach in seinen Geist, wie ein Schlag in den Magen.
Ein Schauder überlief ihn an den Gedanken. Er war schon so lange
fort. Er muss sich eines Tages seiner Schm…
„Lass es mich nochmal zusammenfassen, Bruder“
Die plötzlichen Worte Bamurs schreckten ihn auf. Er hatte die Augen
geschlossen gehabt und ist eingedöst. Er hob die Lider müde und
blickte in die harten Augen des alten Schamanen.
Er sah darin deutlich, dass der Tauren vor ihm Dinge erblickte, die
für seinen sterblichen Geist nicht gemacht waren. Dinge die über
den Schrecken der Zentauren, des Krieges, des Blutes und des Todes
hinausgingen. Er trägt selbst eine große Last, dennoch würde
Menewo nicht mit ihm Tauschen wollen. So abweisend wie Bamur auch
wirken sollte, Menewo wusste um das friedliche, wenn auch manchmal
aufstürmende Gemüt seines Volksgenossen.
Sein Sanftmut zeigte sich dem alten Krieger in einem besänftigendem
Lächeln.
„Entschuldige, es hat lange gedauert. Du musst müde und erschöpft
sein, deine Wunden schmerzen und dennoch hast du selbst im Halbschlaf
deine Haltung bewahrt. Ich bin beeindruckt von dir, mein Bruder.“
Menewo nickte nur. Er nahm es dem Schamanen nicht übel. Er wollte
nur eine Antwort.
„Also, Menewo, du erzählst mir du hast das Bewusstsein verloren
und als du erwacht bist, warst du bereits auf einem Karren
untergebracht. Richtig?“
Erneut nickte Menewo.
„Der Rottenmeister erzählte jedoch, du seist aus dem Haufen
Stacheleber, die dich überrannten, herausgebrochen wie ein
explodierender Berg, hättest dich durch das Schlachtfeld gekämpft
wie ein Berserker und wärst dann in einem wirbelndem Sturm
eingetaucht um eine jungen Krieger zu retten. Kurz darauf wirst du
herausgeschleudert und brichst wieder in dir zusammen.
Ist das soweit richtig?“
Menewo weichte dem Blick des Schamanen nicht aus. Er nickte.
„So hatte der Rottenmeister es beschrieben, andere Krieger haben es
bestätigt. Es.. ist mir unangenehm. Sie sprachen von mir als sei ich
der Geist der Erdenmutter selbst. Sie sagten ich habe etwas völlig
unnatürliches vollbracht. Ich kann mich jedoch an nichts erinnern.
Es liegt nur Dunkelheit in meinen Gedanken. Es ist wie ein traumloser
Schlaf gewesen.“
Der Schamane nickte. Ein tiefer, ermüdeter Seufzer entglitt seiner
Kehle.
„Um dir die Wahrheit zu sagen, ich weiß es nicht. Ich habe so
etwas noch nie vernommen. Ich würde gerne die anderen Ältesten
davon unterrichten. Ich will dich morgen Abend im Kreise der Ältesten
antreffen und gemeinsam werden wir versuchen eine Antwort für dich
zu finden.“
Als Menewo das Zelt verließ, atmete er die frische und kühle
Nachtluft ein.
Mu`Sha, der Mond, war hoch am Himmel und verlieh dem Land einen
mystischen Schatten. Es war ruhig, leises Schnarchen war hie und da
zu vernehmen, ein paar Wachen patrouillierten und das Klacken der
Krücke auf dem harten Boden begleitete Menewos Schritte. Schon bald
war auch dieses verstummt und der Segen der Nacht umschloss den
Klingenhügel.
Morgen...
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